Du arbeitest als Notarfachangestellte/r und fragst dich, wie es weitergehen kann? 6 Weiterbildungen bieten sich an: 3 Aufstiegsfortbildungen, 2 Zertifikatskurse und 1 Studiengang. Der günstigste Einstieg beginnt bei etwa 500 € („Ausbilder-Eignung (AEVO)“). Als Gehaltsorientierung sind rund 28.000 € zum Einstieg und bis zu 55.000 € pro Jahr für die erfassten möglichen Zielrollen hinterlegt.
Zu jeder Option findest du Dauer, Kosten, mögliche Förderung, Voraussetzungen und Gehaltsaussichten.
Angestelltengehälter und selbstständige Einkünfte sind nicht direkt vergleichbar. Die Werte für Selbstständigkeit sind weder Umsatz- noch Gewinnprognosen und können wegen Auslastung, Kosten, Rechtsform und Anlaufphase deutlich unter- oder oberhalb der Spanne liegen. Dafür ist ein eigener Business- und Liquiditätsplan nötig.
📈 Möglicher Gehalts-Weg
Fortbildung Grundbuch-, Grundstücks- und Immobilienrecht
Bachelor Professional im Notariat
Geprüfte/r Rechtsfachwirt/-in
Alle Weiterbildungen im Detail
Bachelor Professional im NotariatAufstiegsfortbildung
Voraussetzung: Zulassung nach BAProNotFPrV; abhängig von Ausbildungsabschluss und notarieller Berufspraxis, zuständige Stelle prüft
Diese seit 2025 bundesrechtlich geregelte Fortbildung baut auf notarieller Berufspraxis auf. Sie vertieft notarielle Facharbeit, Organisation, Mandantenkommunikation, Personal und verantwortliche Prozesssteuerung. Die zuständige Stelle prüft die Zulassung nach der BAProNotFPrV.
Voraussetzung: Notarfachangestellten-Ausbildung und mindestens zwei Jahre einschlägige Praxis; weitere Zugänge nach § 2 RechtsfachwPrV
Die bundesrechtlich geregelte Fortbildung qualifiziert für anspruchsvolle Sachbearbeitung, Kanzleiorganisation und Personalführung. Rechtsanwalts-, Notar- sowie verwandte Fachangestelltenabschlüsse sind mit der jeweils verlangten Praxis ausdrücklich als Zugänge vorgesehen; weitere Zugänge regelt § 2 RechtsfachwPrV.
Studium Rechtswissenschaft / Wirtschaftsrecht (Bachelor)Studium
Voraussetzung: Hochschulzugangsberechtigung oder beruflicher Hochschulzugang nach Landesrecht
Ein Bachelorstudium kann in juristische Sachbearbeitung, Vertragsmanagement, Compliance oder Verwaltung führen. Der Abschluss ist von der klassischen Staatsexamensausbildung zu unterscheiden und vermittelt allein weder die Befähigung zum Richteramt noch eine Anwalts- oder Notarbefugnis.
Fortbildung Grundbuch-, Grundstücks- und ImmobilienrechtFachfortbildung
⏱️ mehrtägig bis 4 Monate💶 ca. 800–2.500 €🎓 Bildungsgutschein eventuell möglich; individuelle Bewilligung erforderlich📈 Zielrollen: 30.000 – 36.000 €/Jahr
Voraussetzung: Notariats- oder Rechtsbereichspraxis empfohlen; Anbieterstandard prüfen
Die Fachfortbildung vertieft Grundstücksgeschäfte, Grundbuchverfahren und notarielle Immobilienpraxis. Titel, Dauer und Prüfung sind nicht bundesweit einheitlich. Besonders wichtig sind aktuelle Rechtsstände, Fallarbeit und ein Anbieter mit ausgewiesener Notariatspraxis.
Voraussetzung: Für die Prüfung meist keine formale Zulassung; tatsächliche Ausbildungsberechtigung gesondert prüfen
Mit der Ausbildereignungsprüfung (AdA, „Schein nach AEVO“) weist du berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse nach. Für die tatsächliche Ausbildertätigkeit müssen zusätzlich die persönliche und fachliche Eignung sowie die Eignung der Ausbildungsstätte vorliegen. Der Lehrgang ist kurz und in vielen Branchen ein klarer Pluspunkt.
Geprüfte/r Fachwirt/-in für Büro- und ProjektorganisationAufstiegsfortbildung
Voraussetzung: Zulassung nach § 2 FachkBüroPrV; in der Regel dreijährige kaufmännische oder verwaltende Ausbildung plus ein Jahr Praxis
Die bundesrechtlich geregelte Aufstiegsfortbildung umfasst Büroorganisation, Prozesssteuerung, Projekte, Kommunikation und Teamkoordination. Bei einer dreijährigen kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildung ist für die Zulassung grundsätzlich mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis vorgesehen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Weiterbildung als Notarfachangestellte/r?
Die Kosten hängen von der Weiterbildung ab und liegen ungefähr zwischen 700 € und 7.000 €. Je nach Weiterbildung und persönlicher Situation können Förderprogramme infrage kommen. Eine Förderung muss vor Beginn individuell geprüft und bewilligt werden.
Welche Förderung gibt es für Weiterbildungen als Notarfachangestellte/r?
Für bestimmte anerkannte Aufstiegsfortbildungen kann Aufstiegs-BAföG infrage kommen. Ein Bildungsgutschein ist nur nach individueller Prüfung möglich; auch Maßnahme und Anbieter müssen zugelassen sein. Für ein Studium können je nach Situation BAföG, Stipendien oder ein Arbeitgeberzuschuss infrage kommen. Die Hinweise sind keine Bewilligungszusage.
Wie viel verdient man als Notarfachangestellte/r – und mit Weiterbildung?
Das Einstiegsgehalt wird hier mit ungefähr 28.000 € brutto im Jahr eingeordnet. Für die erfassten möglichen Zielrollen reicht die Orientierung bis etwa 55.000 € pro Jahr. Region, Erfahrung, Branche, Tarifbindung und Verantwortung können das tatsächliche Gehalt stark verändern.
Welche Weiterbildung passt zu Notarfachangestellte/r?
Ein typischer Aufstiegsweg führt über: Fortbildung Grundbuch-, Grundstücks- und Immobilienrecht → Bachelor Professional im Notariat → Geprüfte/r Rechtsfachwirt/-in.
Datenbasis: Abschlüsse und Berufswege: BIBB, BERUFENET und zuständige Kammern. Förderung: offizielle Informationen zum Aufstiegs-BAföG und der Bundesagentur für Arbeit. Gehalt: gerundete Orientierungswerte aus amtlicher Entgeltstatistik und öffentlich zugänglichen Gehaltsangaben. Dauer und Kosten: typische Angebotsspannen. DQR-Angaben bezeichnen das Kompetenzniveau, nicht die Gleichartigkeit eines akademischen Abschlusses. Stand: Juli 2026. Keine Förderzusage, Gehaltsgarantie oder Rechtsberatung.